Leitfaden zur Altersvorsorge und Ruhestand

Diese Schritte werden Ihnen dabei helfen, Ihren Ruhestand unbeschwert, sicher und mit viel Lebensfreude zu gestalten

Die Planung des Ruhestands ist ein mehrstufiger Prozess, der sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Um einen komfortablen, sicheren – und vergnüglichen – Ruhestand genießen zu können, müssen Sie ein finanzielles Polster aufbauen, mit dem Sie das alles finanzieren können. Weil das Ganze so viel Spaß macht, ist es sinnvoll, sich auch mit dem ernsten und vielleicht langweiligen Teil zu befassen: der Planung des Weges dorthin.

Die Planung für den Ruhestand beginnt damit, dass Sie sich Gedanken über Ihre Ziele für den Ruhestand machen und darüber, wie lange Sie Zeit haben, diese zu erreichen. Dann müssen Sie sich überlegen, welche Arten von Sparkonten Ihnen helfen können, das Geld für Ihre Zukunft aufzubringen. Während Sie dieses Geld sparen, müssen Sie es investieren, damit es wächst.

 

in Kürze

  • Zur Ruhestandsplanung gehören die Festlegung des Zeithorizonts, die Schätzung der Ausgaben, die Berechnung der erforderlichen Nachsteuerrendite, die Einschätzung der Risikotoleranz und die Nachlassplanung.
  • Beginnen Sie so früh wie möglich mit der Ruhestandsplanung, um die Vorteile des Zinseszinseffekts nutzen zu können.
  • Jüngere Anleger können bei ihren Investitionen ein höheres Risiko eingehen, während Anleger, die kurz vor dem Ruhestand stehen, eher konservativ sein sollten.
  • Ruhestandspläne entwickeln sich im Laufe der Jahre weiter, was bedeutet, dass Portfolios neu gewichtet und Nachlasspläne bei Bedarf aktualisiert werden sollten.

Kennen Sie Ihren Zeithorizont bis zum Ruhestand

Ihr derzeitiges Alter und Ihr voraussichtliches Renteneintrittsalter bilden die Grundlage für eine wirksame Rentenstrategie. Je mehr Zeit zwischen heute und dem Ruhestand liegt, desto mehr Risiko kann Ihr Portfolio vertragen. Wenn Sie jung sind und noch mehr als 30 Jahre bis zum Ruhestand haben, sollten Sie den Großteil Ihres Vermögens in risikoreichere Anlagen wie Aktien investieren. Auch wenn es zu Schwankungen kommen wird, haben Aktien in der Vergangenheit über lange Zeiträume hinweg besser abgeschnitten als andere Wertpapiere, z. B. Anleihen. Das wichtigste Wort ist hier „lang“, d. h. mindestens mehr als 10 Jahre.

Außerdem müssen die Renditen über der Inflation liegen, damit Sie Ihre Kaufkraft im Ruhestand erhalten können. Wir alle haben schon gehört, dass unser Geld wachsen soll – und wollen es auch. Nun, die Inflation ist so etwas wie ein „zusammengesetztes Anti-Wachstum“, da sie den Wert Ihres Geldes aushöhlt. Eine scheinbar geringe Inflationsrate von 3 % wird den Wert Ihrer Ersparnisse über einen Zeitraum von etwa 24 Jahren um 50 % verringern. Das scheint jedes Jahr nicht viel zu sein, aber wenn man genug Zeit hat, hat das enorme Auswirkungen.

Generell gilt: Je älter Sie sind, desto mehr sollte Ihr Portfolio auf Einkommen und Kapitalerhalt ausgerichtet sein. Das bedeutet eine höhere Allokation in Wertpapieren wie Anleihen, die zwar nicht die Renditen von Aktien bringen, aber weniger schwankungsanfällig sind und Ihnen ein Einkommen bieten, von dem Sie leben können. Außerdem müssen Sie sich weniger Sorgen um die Inflation machen. Ein 64-Jähriger, der plant, nächstes Jahr in Rente zu gehen, hat nicht dieselben Probleme mit einem Anstieg der Lebenshaltungskosten wie ein viel jüngerer Berufstätiger, der gerade erst ins Berufsleben eingestiegen ist.

Ermitteln Sie den Bedarf an Ausgaben für den Ruhestand

Eine realistische Einschätzung der Ausgabengewohnheiten nach dem Eintritt in den Ruhestand hilft Ihnen bei der Festlegung des erforderlichen Umfangs Ihres Ruhestandsportfolios. Die meisten Menschen glauben, dass ihre jährlichen Ausgaben nach dem Eintritt in den Ruhestand nur 70 % bis 80 % ihrer früheren Ausgaben betragen werden. Diese Annahme erweist sich oft als unrealistisch, insbesondere wenn die Hypothek noch nicht abbezahlt ist oder unvorhergesehene medizinische Ausgaben anfallen. Außerdem geben Rentner in den ersten Jahren manchmal viel Geld für Reisen oder andere Ziele aus, die sie sich gesetzt haben.

Die Lebenshaltungskosten steigen jedes Jahr – insbesondere die Kosten für die Gesundheitsversorgung. Die Menschen leben länger und wollen auch im Ruhestand gut leben. Rentner brauchen mehr Einkommen für einen längeren Zeitraum, also müssen sie entsprechend sparen und investieren. „Ich glaube, dass das Verhältnis eher bei 100 % liegen sollte, damit die Rentner genügend Ersparnisse für den Ruhestand haben“, sagt David G. Niggel.

Da Rentner definitionsgemäß nicht mehr acht oder mehr Stunden am Tag arbeiten, haben sie mehr Zeit zum Reisen, für Besichtigungen, zum Einkaufen und für andere teure Aktivitäten. Genaue Ziele für die Ausgaben im Ruhestand helfen bei der Planung, denn mehr Ausgaben in der Zukunft erfordern heute zusätzliche Ersparnisse. „Einer der Faktoren – wenn nicht sogar der wichtigste – für die Langlebigkeit Ihres Rentenportfolios ist Ihre Auszahlungsrate. Eine genaue Schätzung Ihrer Ausgaben im Ruhestand ist deshalb so wichtig, weil sie sich darauf auswirkt, wie viel Sie jedes Jahr abheben und wie Sie Ihr Konto anlegen. Wenn Sie Ihre Ausgaben zu niedrig ansetzen, können Sie Ihr Portfolio leicht überleben. Wenn Sie Ihre Ausgaben zu hoch ansetzen, riskieren Sie, dass Sie im Ruhestand nicht den Lebensstil führen können, den Sie sich wünschen.

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Außerdem brauchen Sie vielleicht mehr Geld als Sie denken, wenn Sie nach dem Ruhestand ein Haus kaufen oder die Ausbildung Ihrer Kinder finanzieren wollen. Diese Ausgaben müssen in den gesamten Ruhestandsplan einbezogen werden. Denken Sie daran, Ihren Plan einmal im Jahr zu aktualisieren, um sicherzustellen, dass Sie mit Ihren Ersparnissen auf dem richtigen Weg sind.

Berechnung der Investitionsrendite abzgl. Steuern

Sobald der voraussichtliche Zeithorizont und der Ausgabenbedarf bestimmt sind, muss die reale Rendite nach Steuern berechnet werden, um zu beurteilen, ob das Portfolio die erforderlichen Erträge erwirtschaften kann. Eine geforderte Rendite von mehr als 10 % (vor Steuern) ist normalerweise eine unrealistische Erwartung, selbst für langfristige Investitionen. Mit zunehmendem Alter sinkt diese Renditeschwelle, da risikoarme Ruhestandsportfolios größtenteils aus niedrig verzinsten festverzinslichen Wertpapieren bestehen.

Wenn eine Person beispielsweise ein Ruhestandsportfolio im Wert von 400.000 € besitzt und einen Einkommensbedarf von 50.000 € hat, wobei sie davon ausgeht, dass keine Steuern anfallen und der Saldo des Portfolios erhalten bleibt, ist sie auf eine übermäßige Rendite von 12,5 % angewiesen, um über die Runden zu kommen. Ein Hauptvorteil einer frühzeitigen Ruhestandsplanung besteht darin, dass das Portfolio wachsen kann, um eine realistische Rendite zu sichern. Bei einem Bruttorentenkonto von 1 Mio. € würde die erwartete Rendite bei weitaus vernünftigeren 5 % liegen.

Je nach Art des Rentenkontos werden die Anlageerträge in der Regel besteuert. Daher muss die tatsächliche Rendite auf einer Nachsteuerbasis berechnet werden. Die Bestimmung Ihres Steuerstatus, wenn Sie mit der Entnahme von Geldern beginnen, ist jedoch ein entscheidender Bestandteil des Ruhestandsplanungsprozesses.

Bewertung der Risikotoleranz im Vergleich zu den Anlagezielen

Unabhängig davon, ob Sie selbst oder ein professioneller Vermögensverwalter mit den Anlageentscheidungen betraut sind, ist die richtige Aufteilung des Portfolios, die ein Gleichgewicht zwischen Risikoaversion und Renditezielen herstellt, wohl der wichtigste Schritt bei der Ruhestandsplanung. Wie viel Risiko sind Sie bereit einzugehen, um Ihre Ziele zu erreichen? Sollte ein Teil der Erträge in risikofreien Staatsanleihen für notwendige Ausgaben zurückgelegt werden?

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Sie müssen sicherstellen, dass Sie mit den Risiken, die Sie in Ihrem Portfolio eingehen, einverstanden sind und wissen, was notwendig und was Luxus ist. Darüber sollten Sie nicht nur mit Ihrem Finanzberater, sondern auch mit Ihren Familienmitgliedern ernsthaft sprechen.

Wenn die verschiedenen Investmentfonds in ihrem Portfolio ein schlechtes Jahr haben, fügen sie ihnen mehr Geld zu. Das ist wie bei der Kindererziehung: Das Kind, das Ihre Liebe am meisten braucht, verdient sie oft am wenigsten. Bei Portfolios ist es ähnlich. Der Investmentfonds, mit dem Sie in diesem Jahr unzufrieden sind, kann im nächsten Jahr die beste Performance haben – lassen Sie ihn also nicht im Stich.

Bleiben Sie auf dem Laufenden bei der Nachlassplanung

Die Nachlassplanung ist ein weiterer wichtiger Schritt in einer gut durchdachten Ruhestandsplanung, und jeder Aspekt erfordert das Fachwissen verschiedener Fachleute, wie z. B. von Anwälten und Buchhaltern, in diesem speziellen Bereich. Auch die Lebensversicherung ist ein wichtiger Bestandteil eines Nachlassplans und der Ruhestandsplanung. Ein guter Nachlassplan und eine Lebensversicherung stellen sicher, dass Ihr Vermögen so verteilt wird, wie Sie es wünschen, und dass Ihre Angehörigen nach Ihrem Tod nicht in finanzielle Bedrängnis geraten. Ein sorgfältig ausgearbeiteter Plan hilft auch dabei, ein teures und oft langwieriges Nachlassverfahren zu vermeiden.

Die Steuerplanung ist ein weiterer wichtiger Teil des Nachlassplanungsprozesses. Wenn eine Person Vermögenswerte an Familienmitglieder oder eine Wohltätigkeitsorganisation vererben möchte, müssen die steuerlichen Auswirkungen einer Schenkung oder einer Vererbung verglichen werden.

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Ein gängiger Ansatz für die Anlage von Altersvorsorgegeldern besteht darin, Renditen zu erzielen, die die jährlichen inflationsbereinigten Lebenshaltungskosten decken und gleichzeitig den Wert des Portfolios erhalten. Das Portfolio wird dann auf das Börsenkonto der Begünstigten des Verstorbenen übertragen. Sie sollten einen Steuerberater konsultieren, um den richtigen Plan für die betreffende Person zu ermitteln.

 

Die Gesamtbilanz

Die Last der Ruhestandsplanung fällt heute mehr denn je auf den Einzelnen. Nur wenige Arbeitnehmer können sich auf eine vom Arbeitgeber bereitgestellte leistungsorientierte Rente verlassen, insbesondere im privaten Sektor.

Eine der größten Herausforderungen bei der Erstellung eines umfassenden Pensionsplans ist es, ein Gleichgewicht zwischen realistischen Renditeerwartungen und dem gewünschten Lebensstandard zu finden. Die beste Lösung besteht darin, sich auf die Schaffung eines flexiblen Portfolios zu konzentrieren, das regelmäßig aktualisiert werden kann, um veränderten Marktbedingungen und Ruhestandszielen Rechnung zu tragen.

Christoph Zimmermann

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  • Zur Ruhestandsplanung gehören die Festlegung des Zeithorizonts, die Schätzung der Ausgaben, die Berechnung der erforderlichen Nachsteuerrendite, die Einschätzung der Risikotoleranz und die Nachlassplanung.
  • Beginnen Sie so früh wie möglich mit der Ruhestandsplanung, um die Vorteile des Zinseszinseffekts nutzen zu können.
  • Jüngere Anleger können bei ihren Investitionen ein höheres Risiko eingehen, während Anleger, die kurz vor dem Ruhestand stehen, eher konservativ sein sollten.
  • Ruhestandspläne entwickeln sich im Laufe der Jahre weiter, was bedeutet, dass Portfolios neu gewichtet und Nachlasspläne bei Bedarf aktualisiert werden sollten.

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